'Dagegen ist (k)ein Kraut gewachsen!'
Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch? Er bringt zum Ausdruck, dass es Dinge gibt, die sich vermeintlich nicht zum Besseren wenden lassen. Und doch gibt es Kräuter, die das können. Dabei ist es immens wichtig, die Eigenschaften der Kräuter gut zu kennen. Oft macht es auch erst die Mischung und manchmal eben nicht. Denn wie sagte bereits Paracelsus:
'Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.'
Doch selbst das beste Wissen nützt nichts, wenn die Qualität der Kräuter unzureichend ist. Allgemein zeigt es sich immer wieder, dass die wilden Kräuter von Kreta nicht nur oftmals endemisch sind sondern auch durchweg eine überdurchschnittliche Qualität aufweisen.
Unter Griechischem Bergtee verstehen wir Pflanzen, die in höheren Lagen wachsen. Die Bezeichnung 'Bergtees' nehmen wir hier wörtlich, da sich viele Pflanzen der kretischen Bergwelt hervorragend als Tee-Aufguss eignen.
Diktamos - der Schluchten-Bergtee von Kreta
Beim Diktamos (origanum dictamnus, aus der Familie der Lippenblütler (Labiatae)) handelt es sich also um eine endemische Pflanze, die zumeist an unzugänglichen Stellen wie z. B. an Felswänden oder in den zahlreichen Schluchten und Felsspalten Kretas wächst. Obwohl schwer zugänglich, wurde der Diktamos (auch Diktamo, Dictamus, Dittany oder kretischer Diptam) über viele Jahre hinweg fast ausgerottet. Daher ist man mittlerweile dazu übergegangen ihn bewusst als Nutzpflanze anzubauen, so dass sich der Wildwuchs der Pflanze regenerieren, die Pflanze vor dem Aussterben bewahrt werden konnte.
Um den Diktamo ranken sich etliche Geschichten aus der griechischen Mythologie. So eilt ihm noch immer der Ruf eines natürlichen Heilmittels voraus, dass bei Bauch und Magenschmerzen, bei Erkrankungen des Verdauungssystems und/oder der Milz, aber auch bei Gelenkbeschwerden eingesetzt werden – und lindernd wirken kann. Dies führt man auf seine ätherischen Öle zurück, die antiseptische, also keimtötende Wirkungen, sowie u. a. auch spasmolytische (entkrampfende) Eigenschaften besitzen. Diese traditionellen Erfahrungen werden auch von der modernen Wissenschaft durch Studien, die die Wirksamkeit und wohltuende Wirkung des kretischen Diktamo bestätigen, belegt. Darüber hinaus ist er in der kretischen Sprache mehr oder weniger seit Anbeginn auch als „Liebe Kretas“ oder „Liebeskraut“ bekannt. Dies hängt mit der ihm nachgesagten, aphrodisierenden Wirkung, die er ebenfalls besitzen soll, zusammen. Denn es heißt, dass Aphrodite ihn verwendet und Hippokrates ihn verschrieben haben soll.
Der Diktamo wird in erster Linie als Heißgetränk (Tee) konsumiert, gelegentlich aber auch als Speisegewürz verwendet. Selbst dem bekannten Martini Rosso verleiht er u. a. seinen komplexen und aromatischen Charakter. Wer etwas für seine innere Balance und das allgemeine Wohlbefinden tun möchte, kann den kretischen Diktamo jederzeit bedenkenlos trinken. Man muss nicht eine der aufgeführten Beschwerden oder Erkrankungen haben oder gar eine aphrodisierende Wirkung beabsichtigen, um diesen Kräutertee zu genießen. Neben all seinen positiven Eigenschaften ist er einfach nur sehr bekömmlich und lecker.
Das Vermächtnis des Olymp
Die kretische Zistrose (Cistus incanus creticus) gehört zur Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae), zu der 7 Gattungen und ca. 160 Arten gehören. Sie kommt am häufigsten im östlichen Mittelmeerraum und auf Kreta vor. Sie gilt seit der Antike als heilende Pflanze, deren Wirkstoffe sie von den Göttern und Göttinnen des Olymp verliehen bekommen haben soll. Und ja, sie birgt wahre „Wunderkräfte“ in sich. So ist das Harz aus den Blättern (Ladanum) seit jeher ein geschätztes Wundheilmittel und in der Volksheilkunde wird das Cistuskraut als Tee gegen unterschiedliche Gesundheitsstörungen verwendet.
Die in ihr enthaltnen Kombinationen von Antioxidantien und ihr extremer Gehalt an Vitamin C sorgen dafür, dass der Cistus-Tee, der aus den getrockneten Blättern der Pflanze zubereitet wird, eine extrem hohe antioxidante Wirkung mit sich bringt. So hat das LEFO-Institut beispielsweise wissenschaftlich nachgewiesen, dass die antioxidative Wirkung (u. a. durch die enthaltenen Polyphenole) von Cistus dreimal so stark ist wie die des Grünen Tees und viermal so stark wie die von Rotwein oder frisch gepresstem Zitronensaft.
Antioxidantien spielen eine große Rolle bei der 'Bekämpfung' von den sogenannten 'freien Radikalen', welche für die Entstehung von verschiedenen Gefäßschädigungen und Herz-Kreislauferkrankungen und sogar von Krebs verantwortlich sein können. Die Polyphenole der Cistus-Planze wirken weiterhin antibakteriell, haben eine starke pilzhemmende Wirkung, und helfen giftige Schwermetalle aus dem Körper herauszuleiten.
Auch kann der Cistus-Tee bei bakteriell bedingten Hauterkrankungen durch seine juckreizstillende und entzündungshemmende Wirkung äußerlich angewendet werden und wirkt abheilend. Selbst der bloße Genuß des Cistus-Tees kann nicht nur zur Verbesserung der Haut bei Neurodermitis führen, sondern auch die Darmflora wieder in Ordnung bringen. Cistus-Teespülungen sollen zudem bei Zahnfleischsaumentzündungen und in der Parodontose- und Kariesprophylaxe Wirkung zeigen.
Summa summarum wird dem regelmäßigen Genuss von Cistus-Tee eine mögliche Stärkung des Immunsystems, zur Vorbeugung von Herz- und Kreislauferkrankungen und zur Regulierung des Cholesterinspiegels von verschiedenen Quellen nachgesagt.
malotirabergtee - Sideritis Syriaca
Bei dem Malotira handelt es sich um einen Bergtee, der wie der Diktamo, nur auf Kreta vorkommt. Er ist mit dem griechischen Bergtee (tsai tou vonou, auch Mountain Tea), der im ganzen Mittelmeerraum wächst, verwandt, unterscheidet sich aber in Geschmack und Aroma. Es handelt sich um ein Gliedkraut aus der Familie der Lippenblütler, welches auch unter dem Namen Sideritis Syriaca bekannt ist. Man sagt dem Malotira, ähnlich wie dem Diktamo eine gewisse Wirkung gegen Verdauungsprobleme, Erkältungen und zur Stärkung des Immunsystems nach. Die Bezeichnung der Pflanze Malotira leitet sich daraus ab, dass der Tee Krankheiten (ital. 'male') aus dem Körper ziehen (ital. 'tirare' – ziehen) soll. Diese Wirkung wird allgemein u. a. auf den hohen Anteil an Carvacrol (ca. 34%) zurückgeführt, der als antimikrobieller Wirkstoff gilt.
Im Geschmack ist der Malotira aus Kreta dem griechischen Bergte (Tsai tou vonou) sehr ähnlich. Es ist ein wohlschmeckendes Kraut, mit einem milden, fein-würzigen Aroma, welches sich zwischen einem sehr mildem Pfefferminzgeschmack und einer leichte Zitrusnote bewegt. Traditionell wird der Tee auf Kreta zur Stärkung des Körpers und/oder zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens mit ein wenig Thymian-Honig versüßt getrunken.
'Die nächste Grippe kommt bestimmt, doch nicht zu dem, der Bergtee trinkt!'
Der gesundheitsfördernde Effekt des Eisenkrauttees bzw. des griechischen Bergtees und insbesondere des kretischen Bergtees zur Vorbeugung und Bekämpfung von Erkältungskrankheiten ist seit der Antike in der griechischen Volksmedizin ein Thema. Kräutertees, wie der kretische Malotira, bringen nämlich eine günstige Eigenschaft mit sich. Sie besitzen antivirale und antibakterielle, ätherische Öle. Bei bereits vorhandener Atemwegserkrankung wirkt er somit beruhigend, aber eben auch antibakteriell und kann so die Heilung fördern.
Diese der Gesundheit förderlichen Aspekte des Malotiras aus Kreta werden auf die sogenannte Substanzgruppe der Flavone, die antimikrobielle Wirkung auf seinen hohen Anteil an Carvacrol zurückgeführt. Die wirksamen ätherischen Öle und Substanzen befinden sich sowohl in der Blüte, als auch im Stängel und den Blättern der Pflanze. Klassischer Weise wird der Bergtee in getrockneten Bündeln angeboten. Bei der traditionellen Zubereitung werden die Bündel erst kurz vor der Zubereitung (Aufguss oder Abkochen) von Hand zerkleinert um die wertvollen Inhaltsstoffe so lange wie möglich zu bewahren. Der kretische Bergtee Maltotira ist darüber hinaus ein leckerer Kräutertee. Er schmeckt und man muss nicht erkältet sein, um ihn zu genießen.
Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge wirken sich die Eigenschaften der Siderits-Pflanze positiv auf die Serotoninsteuerung im Gehirn aus. Griechisches Eisenkraut verbessert offenbar die Übertragung der Signale durch eine erhöhte Konzentration der Botenstoffe und hat somit sogar eine stärkere Serotonin-steigernde Wirkung als Johanniskraut.Untermauert werden diese Erkenntnisse u. a. durch klinische Studien der Forscher Dr. Rainer Knörle und Dr. Peter Schnierle vom Institut für biochemische Analysen und Methodenentwicklung (IBAM). So wurden in einer Fallstudie bei einem 13-jährigen Mädchen, welches unter dem ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungs-Syndrom) leidet, beachtliche positive Veränderungen hinsichtlich der Minderung ihrer Anspannung, ihrer Konzentrationsfähigkeit und ihrer sozialen Umgangsformen durch das Trinken von täglich einem Liter griechischen Bergtees festgestellt.
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